Wie finde ich den besten WildCamping-Spot für meinen Biwak Schlafsack?

Photo by Matt Grayson

Photo by Matt Grayson

Wenn du, anders als beim klassischen Bike-Touring, lieber mit leichtem Gepäck losziehen willst, solltest du das Zelt zuhause lassen. Das einzige, was du brauchst ist deinen Biwaksack. Zelte sind toll. Sie sind warm, gemütlich und geben dir genügend Platz, um deine Satteltaschen auszupacken und dich hin und wieder auszubreiten. Der Nachteil: Sie bedeuten mehr Last und mehr Aufwand. Gerade, wenn du dich bergauf schleppen musst, ist das weniger von Vorteil.

Das Begriff Biwak stammt von dem Wort ‚bivouac‘ ab und ist per Definition eine kurzfristige und improvisierte Unterkunft. Bekannt in ganz verschiedenen Formen, ist die (engl.) Bivvy Bag eine große ‚Plastiktasche‘, in die du vor’m Schlafen hineinschlüpfen kannst. Kein Zelt und trotzdem warm und trocken – wunderbar. Gewöhnlich wärmt dich dein Schlafsack von innen, doch du kannst diesen auch gegen einen dünnes Innenfutter austauschen, wenn’s mal richtig heiß wird. Da Biwaksäcke natürlich weniger komfortabel als Zelte sind, ist der richtige Schlafplatz ausschlaggebend.

Hier sind ein paar Tipps, die es sich zu merken lohnt:

Biwaksack, bis über den Kopf verschließbar.

Biwaksack, bis über den Kopf verschließbar.

Sei nicht pitsch patsch nass.

Die besten Spots zum Rasten gibt es neben schnellfließenden Gewässern, wie Bäche oder schmale Flüsse. Denn hier kannst du dich kurz erfrischen, deine Bike-Klamotten waschen und eventuell sogar deine Flasche auffüllen. Natürlich nur falls das Wasser sauber genug ist.

Es ist besonders wichtig, schnellfließendes Wasser zu finden, da stehendes Wasser Insekten anlockt und leider auch nicht trinkbar ist.

Sei diskret und vorsichtig.

Bikepacker Wohnzimmer.

Bikepacker Wohnzimmer.

Die Einstellung zum Wildcampen ist in jedem Land anders und spezifisch geregelt. In England ist es zum Beispiel nicht gestattet, auf frei zugänglichem Land zu nächtigen – dies beinhaltet Moore, Berge und Heiden. Die Schotten sind da etwas entspannter und Wildcampen ist fast überall erlaubt. Generell scheint die Mentalität auf dem Festland etwas relaxter zu sein. Doch leider ist es nicht immer so einfach herauszufinden zu wem das Stück Land gehört, auf dem du gerne dein Lager aufschlagen möchtest.

Topreiter sind die Schweden. Sie widmen die Natur ihren Einwohnern und Besuchern und beschränken sich auf die Regel „Sei respektvoll“. Der perfekte Spot für Bivvy-Bag Camper!

Die schönsten Plätze zum Schlafen haben eine fantastische Aussicht, sind fernab von lauten Straßen und werden nicht landwirtschaftlich genutzt. Denn wer möchte von einem Traktor geweckt werden oder das Vieh im Nachbarfeld erschrecken? Wenn du dir unsicher bist, oder es keine klaren Schilder gibt, empfehlen wir dir ein Territorium niemals unbefugt zu betreten. Sei dir am besten über die regionalen Rechte im Voraus bewusst.

Genieße etwas Komfort für den Rücken.

Matratze? Gras von gestern!

Matratze? Gras von gestern!

Dies hängt ganz davon ab wie hardcore du bist. Wenn du deinen Biwaksack am Liebsten direkt auf den Boden legst, sind weiches Gras und viel Vegetation ein Muss. Sie dienen als natürliche „Matratze“. Besonders bei einem Daunenschlafsack ist zu viel Druck von untern kontraproduktiv. Es mindert die Effizienz der Isolierung.

Wenn du etwas bequemer unterwegs sein möchtest, ist eine aufblasbare Matratze die beste Wahl. Diese lassen sich super schmal zusammenrollen und -falten, sind nur ein Hauch von Extragewicht und geben deinen Nächten einen Boost an Gemütlichkeit. Zuletzt erhöhen sie die Möglichkeiten an Schlafplätzen – egal ob Beton oder Waldboden, mit der Isomatte kannst du dich überall auf’s Ohr hauen.

Hoch hinaus? Nicht unbedingt nachts!

Wenn du dir einen Schlafplatz suchst, ist es immer gut zu wissen, wie hoch du dich über dem Meeresspiegel befindest. Idealerweise gibt dir dein GPS Computer Auskunft darüber. Behalte immer im Hinterkopf – 100m Anstieg bedeuten ein Temperaturverlust von circa 0.5–1°C. Wenn du also einen 400m Anstieg bei 16°C beginnst, kommst du den frischen 12°C zum Ende hin sehr nahe.  

Was bedeute das für deine nächtliche Ruhe? Je niedriger du bist, desto höher die Wahrscheinlichkeit auf ungestörte Nächte. Denn wer wacht schon gerne um 3 Uhr morgens schlotternd auf, mit dem Gefühl nicht mehr in den Schlaf finden zu können. Wenn du keine andere Wahl hast, suche dir einen gut geschützten Platz zum Schlafen aus. Bäume, Sträucher und Felsvorsprünge können dich vor der kalten Nachtluft schützen.

Bleib’ Undercover.

Ein Dach über den Kopf lässt sich oft in öffentlichen Parks finden.

Ein Dach über den Kopf lässt sich oft in öffentlichen Parks finden.

Manche Biwaksäcke, besonders günstigere, haben keinen Gesichtsschutz. Andere - und diese sind meistens die teureren - haben einen Reißverschluss, der sich bis oben hin zu ziehen lässt. Dadurch bist du vor Regenschauern und hungrigen Insekten geschützt. Wenn du einen ohne Gesichtsschutz hast, ist die Wahl des Spots besonders wichtig und höchstwahrscheinlich auch mit etwas mehr Aufwand verbunden. Halte Ausschau nach Bäumen mit großen, weitreichenden Ästen, oder Überdachungen und Gartenlauben in öffentlichen Parks.

Na dann, schlaf gut!


Fotos und Text von Matt Grayson / Englische Originalversion von Matt Grayson

www.mattgrayson.co.uk