5 teure Vergnügen beim Radfahren

Wie oft denkst du dir „Ach, ich brauche kein Licht, werde schon nicht im Dunkeln nach Hause fahren“ oder „ich hab‘ ja nur 3 Bier getrunken, Fahrradfahren kann man immer“ oder du schreibst schnell eine SMS auf dem Weg nach Hause?

Klar, oft geht das gut, wenn dich jedoch die Polizei erwischt, kann dies ganz schön in die Hose gehen. Wir haben die häufigsten Verstöße aus dem Bußgeldkatalog 2018 herausgesucht, um euch zu zeigen, wie teuer Fehlverhalten im Straßenverkehr als Biker sein kann und wie viel Geld du sparen kannst, wenn du dich an die Regeln hältst.

 Dein Handy beim Radfahren zu benutzen ist nicht nur teuer sondern auch gefährlich.

1. Handy benutzen beim Radfahren = 55€

Wer kennt das nicht, mal eben eine Nachricht schreiben oder bei Google Maps nach dem Weg schauen – wenn die Polizei dich dabei erwischt, kostet dich das jedoch mal schnell 55€.

Eine Alternative dazu sind Kopfhörer, mit denen du telefonieren oder dir von Siri den Weg beschreiben lassen kannst, solange die Stimme am andern Ende nicht so laut ist, dass du keine Umgebungsgeräusche mehr hörst. Das kann nicht nur gefährlich sein, sondern auch teuer - wird z.B. das Martinshorn überhört oder eine Behinderung entsteht, kostet dich das 15€.

 

2. Betrunken Fahrradfahren = 3 Punkte, Geldstrafe + MPU

Der Alkoholgrenzwert für Fahrradfahrer in Deutschland liegt bei 1,6 Promille. Die Folgen der Überschreitung sind nicht ohne – 3 Punkte in Flensburg, eine Geldstrafe und eine Anordnung einer MPU (medizinisch-psychologische Untersuchung, auch „Idioten Test“ genannt), bei deren Nichtbestehen sogar ein Fahrverbot ausgesprochen oder der PKW-Führerschein entzogen werden kann.

Wer jedoch mit 1,5 Promille von der Polizei angehalten wird darf dagegen ungestraft weiterfahren. Bei fahrauffälligem Fahren, z.B. Schlangenlinien fahren, Verkehrsregeln missachten oder einen Unfall verursachen, kannst du aber ab 0,3 Promille mit einer Strafanzeige rechnen.

Keine Sorgen, das ist nicht immer der Fall, denn die Polizei kann nicht so einfach nachweisen, dass Betrunkenheit die Ursache des fahrauffälligen Fahrens ist. Deswegen hast du eventuell die Chance, mit gutem Zureden davonzukommen.

 Alkohol beim Fahrradfahren kann schon ab 0,3 Promille zum Verhängnis werden.

Die Polizei-Gewerkschaft und der ADFC fordern eine einheitliche Promillegrenze von 1,1 Promille beim Autofahren und Fahrradfahren, denn ein betrunkener Radfahrer ist vielleicht für andere Verkehrsteilnehmer wesentlich ungefährlicher, die Selbstgefährdung ist jedoch sehr hoch. Dagegensprechen könnte das Risiko, dass angetrunkene Verkehrsteilnehmer sich dazu entscheiden, gleich mit dem Auto zu fahren. Was meint ihr?

Wir finden es wichtig, sicher im Straßenverkehr zu sein, um seine Mitmenschen, sich selbst und sein Bike zu schützen. Es wäre doch zu schade, wenn du die Fahrradsaison mit gebrochenem Bein, kaputtem Bike und leerem Geldbeutel verpasst, nur weil du die 10€ für ein Taxi nicht zahlen wolltest.

Wusstest du schon: In einer Stunde werden nur ca. 0,1 Promille Alkohol im Körper abgebaut. 

 

3. Fahren ohne Licht = 20€

Wer ohne oder mit einem defekten Licht unterwegs ist, oder die Beleuchtung trotz Dunkelheit nicht benutzt, zahlt 20€. Entsteht dadurch eine Gefährdung sind es 25€ und bei einem Unfall oder einer Sachbeschädigung sogar 35€. Aber kann ich eigentlich jedes Licht als Fahrradbeleuchtung nutzen? Die StVZO schreibt vor:

  • Weißer Frontscheinwerfer + Reflektoren

  • Rotes Rücklicht + Rückstrahler

  • Scheinwerfer und Schlussleuchte müssen nicht zusammen einschaltbar sein

  • Leuchten dürfen nicht verdeckt oder beschmutzt sein

  • Lichter dürfen auch batteriebetrieben sein

  • Blinkende Scheinwerfer sind verboten - sowohl vorne als auch hinten

  • gelbe Rückstrahler an Pedalen

Scheinwerfer, Leuchten und deren Energiequelle dürfen abnehmbar sein, müssen jedoch während der Dämmerung, bei Dunkelheit oder wenn die Sichtverhältnisse es sonst erfordern, angebracht werden.

Eine Klingel und zwei voneinander unabhängige Bremsen sollten ebenfalls jederzeit betriebsbereit sein, um einem Bußgeld zu entgehen. Wie du dein Fahrrad optimal verkehrssicher ausstattest, verraten wir dir im letzten Abschnitt dieses Artikels.

 

 60€ Strafe für das Überfahren einer roten Ampel.

4. Fahren über rote Ampel = 60€ - 120€

Achtung: Punkte sammeln! Beim Fahren über eine rote Ampel gibt’s nicht nur ein Bußgeld in Höhe von 60€, sondern auch einen Punkt in Flensburg.

Entsteht dadurch eine Gefährdung sind es 100€ und bei einem Unfall oder einer Sachbeschädigung sogar 120€. Ist die Ampel bereits länger als eine Sekunde rot, steigt das Bußgeld um jeweils 40€.

Zur eigenen Sicherheit und der eures Geldbeutels, also bitte immer schön auf Grün warten!

 

5. Nicht-benutzen von Radwegen = 20€

Um möglichst schnell ans Ziel zu kommen, nimmt man gerade in der Stadt oft den kürzesten Weg (also ca. Luftlinie), oder?

Aufgepasst! Wenn man den Radweg nicht benutzt oder in die falsche Richtung fährt (20€), dazu noch das Rechtsfahrgebot missachtet (15€) und dann auch noch in der Fußgängerzone oder auf dem Gehweg fährt (15€), ist man schnell bei einem Bußgeld von mindestens 50€. Aufgestockt wird dann noch einmal mit jeweils 5€ wenn dein Fehlverhalten eine Gefährdung darstellt oder einen Unfall bzw. eine Sachbeschädigung verursacht.

40€ alleine ist die Strafe, wenn man Fußgängern am Zebrastreifen das Überqueren nicht ermöglicht – wie oft hast du das schon gemacht?

Das Missachten des Einfahrverbots (rundes, rotes Schild mit weißem Querbalken) kostet mind. 20€ - da dürft ihr nur reinfahren, wenn ein Zusatzschild „Fahrrad frei“ vorhanden ist.

 Verstöße gegen Verkehrsregeln sind teuer.

Weitere Bußgelder für Radfahrer

  • Bahnübergang trotz geschlossener Schranke überqueren = 2 Punkte + 350€

  • Trotz Haltegebot des Beamten weiterfahren/Zeichen der Polizei missachten = 35€

  • Nebeneinander fahren und dadurch andere behindern = 20€

  • Freihändig fahren = 5

Muss ich einen Helm tragen?

In Deutschland gibt es keine Helmpflicht für Radfahrer – auch nicht für Kinder. Die Polizei empfiehlt lediglich, einen Helm beim Radfahren zu tragen. Bei diesem Thema streiten sich die Geister – was meint ihr?

Tipps zum verkehrssicheren Fahrrad

  1. Statte dein Fahrrad mit vielen Reflektoren aus, sodass es rundum gut sichtbar ist. Speichenreflektoren machen dein Rad auch von der Seite für Autofahrer sichtbar.

  2. Bringe die Beleuchtung wie oben benannt direkt am Fahrrad an. Das schützt deine Leuchten nicht nur gegen Diebstahl, sondern verhindert auch, dass du vergisst. Idealerweise sollten deine Lichter weiter leuchten, auch wenn das Fahrrad steht.

  3. Helle, fluoreszierende Kleidung mit Reflektoren (auch z.B. am Rucksack) ist besonders wichtig, um bei Nacht gesehen zu werden.

  4. Trage einen Helm mit auffälligem Design und Reflektoren. Er sollte angenehm, aber eng sitzen und nach einem Sturz unbedingt ersetzt werden, auch wenn keine äußeren Schäden sichtbar sind.

  5. Optional: Ein Fahrradrückspiegel kann besonders für weniger mobile Radfahrer hilfreich sein.

Natürlich musst du dein MTB oder Rennrad nicht genauso ausstatten, mit dem du nur auf Trails oder speziellen Fahrradrouten fährst. Diese Tipps sind besonders wichtig im Straßenverkehr, um als Radfahrer von Autofahrern nicht übersehen zu werden.

Ride safe!


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