Trial Biker Tom Öhler über das Risiko, neue Herausforderungen und dem Umgang mit der Angst.

(c) RedBull Contentpool

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Tom ist Red Bull Athlet, Bikmo Ambassador und fünffacher österreichischer Meister im Bike Trial. Er holte sich 2008 den Bike Trial Weltmeistertitel. Im Interview mit uns erzählt er von dem Spagat zwischen Komfortzone und Risiko - und dem Glücksgefühl, wenn dieser gelingt.


Tom, man sagt du bist Wettbewerbe gefahren, bevor du laufen konntest. Seit du 15 bist, startest du bei internationalen Bewerben im Biketrial. Was reizt dich an genau dieser Disziplin?

Beim Trial fahren geht es darum, verschiedenste Hindernisse mit dem Bike zu überwinden - am besten ohne mit dem Fuß den Boden zu berühren. Bis 2008 bin ich aktiv Bewerbe gefahren und hab dann meine Wettkampfkarriere mit dem Bike Trial Weltmeistertitel erfolgreich abgeschlossen. Danach hab’ ich mich mehr auf Shows und Projekte konzentriert. Aber der Reiz ist nach wie vor der Gleiche: ich suche ständig neue Herausforderungen mit dem Bike (und auch abseits des Rades) und die gehen einem tatsächlich nie aus - zum Glück.

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Du bist bekannt dafür, deine Bikes besonders gut zu beherrschen. Du hast es sogar schon mehrfach ins Guinessbuch der Rekorde geschafft - und das mit Manövern, die ebenso kreativ wie wagemutig erscheinen: Du hast vor einigen Jahren per Bunnyhop über die 400 Meter Hürden den damals amtierenden Olympiasieger Sanchez überholt und zuvor bereits einen High-Jump-Weltrekord mit fast 3 Metern Höhe aufgestellt. Dein Bike bietet dir offensichtlich unbegrenzte Möglichkeiten um dich auszutoben... Kann man das so sagen? Und: Schwirren noch mehr solche Ideen in deinem Kopf?

Ja, das ist tatsächlich was man auf zwei Rädern alles anstellen kann. Beim Highest Wallclimb Rekord ging es wirklich darum das Maximum an Höhe raus zu holen, wie hoch kommt man mit Hilfe eines 50cm hohen Kickers wirklich rauf? Die Geschichte mit dem Hürdenlauf war zuerst eher lustig gemeint und für die Sendung “Wetten Dass?” konzipiert. Dass ich dann auf einmal dem Olympiasieger auf 400m Hürden gegenüber stehe hat mich dann selber fast ein wenig überfordert (lacht). Im Endeffekt hab ich ihm dann ca. 4 Sekunden abgenommen! Weitere Weltrekorde stehen aktuell keine an, zur Zeit reizen mich Adventure-Reisen mit dem Bike und ich bin ständig auf der Suche nach neuen spannenden Destinationen um einerseits mich und mein Bike ans Limit zu bekommen und um unterschiedlichste Kulturen kennen zu lernen.

Was definitiv Spaß macht ist es von Zeit zu Zeit über den persönlichen Komfortbereich raus zu gehen, eine Stelle probieren die einem im ersten Moment nicht schlüssig erscheint und diese dann trotzdem meistern. Das gibt wahre Glücksgefühle.
— Tom Öhler

Trial Biking sieht oft gefährlich aus. Über welche Risiken machst du Dir Gedanken, wenn Du mit deinem Bike die Berge runter bretterst?

Trial fahren ist grundsätzlich sehr kalkulierbar da wir immer recht langsam unterwegs sind und meist auch einen Plan B im Petto haben. Mit dem Mountainbike kommt dann auch der Faktor Geschwindigkeit noch hinzu. Ausgesetzte Passagen machen mir weniger Probleme da ich mit dem Kopf ohnehin auf den Trail fokussiert bin - zudem weiß ich nach ca. 23 Jahren auf zwei Rädern auch sehr genau was geht und was nicht. Es ist oft ein schmaler Grad zwischen “aus dem Komfortbereich hinausgehen” und “nicht zuviel riskieren”, aber bislang ist mir dieser Spagat recht gut gelungen.

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Wie gehst du mit diesen Risiken um? Gibt es Wege, das Risiko so gering wie möglich zu halten?

Wenn ich keinen klaren Kopf habe, abgelenkt bin und zu lange überlege ob ich eine Passage fahre oder nicht, dann lass’ ich es und probiere es beim nächsten Mal. Oft „verkopft“ man und fängt an zu überlegen was alles schief gehen kann und wenn das passiert, ist es Zeit das Bike in die Hand zu nehmen und runter zu tragen. Ich persönlich bin immer sehr kalkuliert unterwegs, egal ob hochalpin mit dem MTB oder urban mit dem Trialbike.

Gab es Erlebnisse in deiner Karriere, die dein Verhalten im Umgang mit dem Risiko verändert haben?

Ich denke das einschneidendste Erlebnis war die Geburt meiner Tochter Greta, Anfang 2018. Bei ganz extremen Aktionen überlege ich mir jetzt immer zwei Mal, ob ich mir 100% sicher bin oder nicht - aber übermäßige Risiken bin ich eh noch nie eingegangen.

Die Tendenz in vielen Sportarten geht dazu, ein höheres Risiko einzugehen, sobald eine Kamera mit im Spiel ist oder es sich um eine Wettkampf-Situation handelt. Kennst du das auch von dir?

Ja, ganz klar (lacht). Ich komme eher noch aus der Generation, in der die Wettkampfsituation der ausschlaggebende Faktor war. Für die Kamera mach’ ich schon auch verrückte Sachen und gehe vielleicht einen Tick weiter als ohne, aber der Grundsatz bleibt - wenn ich mir nicht sicher bin, lass ich es lieber. Aber es ist schon beeindruckend und erschreckend zu gleich, wieviel Risiko viele junge Sportler eingehen, um sich in ihrem Bereich zu profilieren.

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Beim Mountainbiken bekommt man es schon mal mit der Angst zu tun. Die Angst kann wachsam machen und als Warnsignal dienen - sie sagt dem Menschen ‘bis hier und nicht weiter’. Angst kann aber auch lähmen und dem Sportler Handlungsspielraum nehmen. Wie gehst Du, Tom, mit der Angst um? Falls du Angst kennst…

Angst kenn’ ich ganz gut, ohne Angst würde ich vermutlich heute nicht mehr hier sitzen. Ich stehe oft am Berg und verspüre eine gewisse Angst bevor ich in eine schwierige Stelle fahre. Aber sobald ich auf dem Bike sitze muss die [Angst] weg sein, ansonsten lass ich die Stelle sein. Wenn du auf dem Bike sitzt und noch irgendwie abgelenkt bist machst du Fehler... Ich versuche immer sehr bewusst Risiko zu vermeiden, indem ich gut plane und vorausdenke, egal ob im Sport oder im Alltag.

Es ist im Sport wie im Glücksspiel: wer nicht probiert, kann auch nicht gewinnen. Würdest du dem zustimmen? - Tom: ‘Grundsätzlich ja, aber eben alles mit Köpfchen (lacht)...’

Egal was du ausheckst, welche Rekorde du aufstellst oder für welches waghalsige Bild du dich in Szene setzt… Für alle neuen Herausforderungen schützt Bikmo dein Bike + Zubehör natürlich überall auf der Welt! Stürz dich in’s neue Abenteuer, aber (wie Tom sagt) - “mit Köpfchen”.

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